Die weichen Talauen der Innerste sind tückisch. Wenn der Rammkern beim SPT-Bohrung in den sandigen Schichten nördlich des Hauptbahnhofs plötzlich durchrauscht, wissen wir: Hier muss eine Verflüssigungsanalyse her. In Hildesheim mit seinen knapp 102.000 Einwohnern baut man oft auf den mächtigen quartären Lockersedimenten des Leineberglands. Die sind locker gelagert, wasserführend und unter dynamischer Last alles andere als harmlos. Unser Team rückt mit dem schweren Bohrgerät an, zieht ungestörte Proben aus Tiefen bis 20 Metern und prüft im akkreditierten Labor nach DIN EN ISO 17892 die zyklische Scherfestigkeit. Denn wer hier ein Mehrfamilienhaus oder eine Gewerbehalle hochzieht, sollte die Bodenverflüssigungsanalyse nicht als Zusatzoption behandeln – sondern als Teil der Standsicherheit.
Nicht der Boden versagt, sondern die Planung, die seine Verflüssigungsneigung ignoriert.
Leistungsmerkmale in Hildesheim

Kritische Bodenfaktoren in Hildesheim
Vor einigen Jahren standen wir an einer Baugrube im Ochtersumer Sandgebiet. Der Bauherr wollte fünf Geschosse ohne Keller errichten. Die Vorerkundung fehlte. Bei Aushubtiefe lief die Grube von unten voll, der Boden verlor seine Spannung. Das Wasser stand in den feinsandigen Terrassenablagerungen kaum zwei Meter unter GOK. Wäre hier ein seismisches Ereignis dazugekommen – selbst die moderaten Erschütterungen, die in der Niedersächsischen Börde historisch registriert wurden –, hätte der Porenwasserüberdruck die Korngerüstspannung schlagartig abgebaut. Verflüssigung tritt ein, wenn locker gelagerte, wassergesättigte Sande zyklisch belastet werden. In Hildesheim betrifft das vor allem die quartären Talsande entlang der Innerste und ihrer Nebenbäche. Unsere Bodenverflüssigungsanalyse kombiniert Felddaten aus der SPT-Bohrung mit zyklischen Triaxialversuchen, um den Sicherheitsfaktor gegen Verflüssigung präzise zu beziffern.
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Unsere Leistungen
Unsere Bodenverflüssigungsanalyse in Hildesheim gliedert sich in drei Leistungsphasen, die wir je nach Projektanforderung kombinieren:
Vorstudie & Screening
Geologische Recherche, Auswertung von Bohrarchiven des LBEG und Identifikation kritischer Horizonte in der Innerste-Aue vor Ort. Festlegung des Erkundungsrasters nach DIN 4020.
Feld- und Laboranalyse
Durchführung von SPT-Sondierungen und CPTu-Messungen zur Ermittlung des Spitzenwiderstands. Zyklische Triaxialversuche an ungestörten Proben zur Bestimmung der Porenwasserdruckentwicklung.
Numerische Bewertung & Bericht
Berechnung des Verflüssigungspotenzials (FL) für verschiedene Lastfälle. Erstellung eines geotechnischen Berichts nach EC7 mit Empfehlungen für Bodenverbesserungen wie Rüttelverdichtung.
Häufig gestellte Fragen
Ist in Hildesheim überhaupt mit Erdbeben zu rechnen, die Verflüssigung auslösen können?
Die seismische Gefährdung in der Region Hildesheim ist nach DIN EN 1998-1/NA gering bis moderat. Trotzdem können lokale Erschütterungen ausreichen, um locker gelagerte Talsande zu verflüssigen. Gerade im quartären Auensediment der Innerste sind die Lagerungsdichten oft so gering, dass schon horizontale Bodenbeschleunigungen von 0,4 m/s² kritisch werden.
Was kostet eine Bodenverflüssigungsanalyse für ein Einfamilienhaus in Hildesheim?
Für ein typisches Einfamilienhausprojekt im Stadtgebiet Hildesheim bewegen sich die Kosten für eine kombinierte Feld- und Laboranalyse zwischen €2.000 und €3.330, abhängig von der erforderlichen Erkundungstiefe und der Anzahl der Triaxialversuche.
Ab welcher Tiefe muss ich mit verflüssigungsgefährdeten Schichten rechnen?
In Hildesheim liegen die kritischen Horizonte meist in den oberen 10 bis 15 Metern, also genau dort, wo Flachgründungen und leichte Tiefgründungen ihre Lasten abtragen. Die quartären Talfüllungen der Innerste reichen teils bis in 20 Meter Tiefe und sind durch hohe Grundwasserstände geprägt.
Reicht eine reine SPT-Bohrung für die Verflüssigungsbewertung aus?
Ja, für eine erste orientierende Bewertung nach dem vereinfachten Seed-Idriss-Verfahren sind SPT-Daten oft ausreichend. Bei grenzwertigen Sicherheitsfaktoren oder inhomogenen Böden empfehlen wir jedoch ergänzend CPTu-Messungen und zyklische Triaxialversuche, um die Bodenverflüssigungsanalyse abzusichern.