Hildesheim steht geotechnisch auf einem spannenden Untergrund: Unter den quartären Auelehmen und Kiesen der Innerste lagern die tonig-mergeligen Schichten des Keupers, die in Tiefen ab etwa 8 bis 15 Metern anstehen. Diese Wechsellagerung aus steifen und halbfesten Tonsteinen ist tückisch – sie neigt bei Wasserzutritt zum Aufweichen, und die Tragfähigkeit schwankt auf kurzer Distanz erheblich. Wer in der Südstadt oder nahe dem Hohnsensee ein mehrgeschossiges Gebäude plant, kommt um eine Pfahlgründungsbemessung kaum herum. Flachgründungen scheitern hier oft an unzureichender Bettung oder zu hohen Setzungsdifferenzen. Das Labor begleitet solche Projekte mit einer Kombination aus Drucksondierungen und Laborversuchen, um die Mantelreibung und den Spitzendruck der Pfähle wirklich standortscharf zu bemessen – nicht nur nach Tabellenwerten. Gerade in der historischen Innenstadt, wo der Baugrund durch alte Verfüllungen und Kellerreste gestört ist, liefert erst die tiefenorientierte Erkundung belastbare Kennwerte für die Pfahlbemessung.
Die Pfahlgründungsbemessung im Hildesheimer Keuper ist kein Tabellenbuch-Job – entscheidend ist die realistische Einschätzung der Mantelreibung aus lokalen Sondierergebnissen.
Leistungsmerkmale in Hildesheim

Kritische Bodenfaktoren in Hildesheim
Die Entwicklung Hildesheims vom frühmittelalterlichen Handelsplatz zur wachsenden Großstadt hat ein heterogenes Baugrundmosaik hinterlassen. In der Kernstadt überlagern bis zu 4 Meter mächtige anthropogene Auffüllungen – mit Bauschutt, Ascheresten und organischen Beimengungen – die natürlichen Sedimente. Darunter folgen die tonig-schluffigen Auelehme, die als Setzungsbremse wirken und negative Mantelreibung auf Pfählen erzeugen können. Ein unterschätzter Risikofaktor ist der schwankende Grundwasserspiegel: In der Innerste-Niederung kann er jahreszeitlich um mehr als 2 Meter pendeln, was die effektive Spannung im Boden und damit die Mantelreibung temporär verändert. Bei Pfahlgründungen im Bereich ehemaliger Teiche oder verfüllter Gräben, wie sie im östlichen Stadtgebiet kartiert sind, muss die Bemessung explizit einen Zuschlag für ungleichmäßige Setzungen enthalten. Ohne diese lokale Zusatzbetrachtung drohen Schiefstellungen, die im schlimmsten Fall die Gebrauchstauglichkeit des gesamten Tragwerks gefährden.
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Unsere Leistungen
Der Leistungsumfang zur Pfahlgründungsbemessung in Hildesheim deckt alle Planungsphasen ab – von der Vorerkundung bis zur Ausführungsüberwachung.
Baugrunderkundung und Pfahlbemessung
Drucksondierungen (CPT), Rammsondierungen (DPH) und Kernbohrungen zur Ableitung der Pfahltragfähigkeit. Ermittlung von Mantelreibung und Spitzendruck für Bohr- und Rammpfähle nach dem Verfahren der EA-Pfähle.
Statische Pfahlprobebelastung und Integritätsprüfung
Planung, Ausschreibung und messtechnische Begleitung von Probebelastungen. Verformungsmessung entlang des Pfahlschafts mit faseroptischen Sensoren zur Kalibrierung des Rechenmodells.
Setzungsprognose und Gruppenwirkung
Numerische Simulation der Pfahl-Platten-Interaktion mit Finiten Elementen. Berücksichtigung der Pfahlgruppeneffekte und der negativen Mantelreibung aus Auffüllungen und Auelehmen der Innerste-Niederung.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Pfahlgründungsbemessung für ein Einfamilienhaus in Hildesheim?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 4 bis 8 Bohrpfählen liegen die Honorare für die geotechnische Bemessung samt erforderlicher Baugrunderkundung zwischen €1.510 und €4.990, abhängig von der Komplexität des Untergrunds und der Anzahl der Aufschlüsse. Ein Angebot erhalten Sie nach Vorlage des Bauplans und der Grundstücksadresse.
Warum reicht eine Flachgründung in Hildesheim oft nicht aus?
Die quartären Auelehme und die darunter anstehenden Keuper-Tonsteine weisen häufig eine geringe Steifigkeit auf. Flachgründungen erzeugen dann Setzungen von mehreren Zentimetern, die sich ungleichmäßig verteilen. In der Innerste-Niederung kommt hinzu, dass der Grundwasserspiegel jahreszeitlich stark schwankt. Pfähle überbrücken diese weichen Schichten und leiten die Last in tragfähigere Horizonte ab.
Welche Pfahltypen setzen Sie in Hildesheim üblicherweise ein?
Die Wahl hängt vom Baugrund und den Bauwerkslasten ab. Im Hildesheimer Stadtgebiet dominieren verrohrte Bohrpfähle mit 500 bis 900 mm Durchmesser, die das Keupergebirge zuverlässig erreichen. Bei beengten Platzverhältnissen in der Innenstadt kommen auch Mikropfähle oder Duktilrammpfähle zum Einsatz. Die Entscheidung fällt nach der ersten Erkundungsphase und orientiert sich an den Empfehlungen der EA-Pfähle. Mehr Info.