Hildesheim
Hildesheim, Germany

Schürfgruben in Hildesheim: Bodenaufschlüsse nach DIN EN ISO 22475

Der Untergrund in Hildesheim ist ein geologisches Mosaik. Die Stadt liegt im Übergang vom Innerste-Bergland zur Hildesheimer Börde, geprägt von mächtigen Lösslehmdecken über Tonsteinen der Unterkreide. Dazu kommen quartäre Auelehm-Ablagerungen entlang der Innerste. Wer hier baut, muss mit abrupt wechselnden Tragfähigkeiten rechnen. Eine Schürfgrube liefert die Gewissheit, die eine indirekte Erkundung nie geben kann: den ungestörten Blick auf Schichtgrenzen, Wasserzutritte und den wahren Zustand des Baugrunds. Bevor Pfahlgründungen oder Stützmauern dimensioniert werden, lohnt sich dieser direkte Aufschluss besonders in den randlichen Hanglagen der Stadt.

Ein Meter Schürfgrube ersetzt zehn Meter Interpretation – vor allem im heterogenen Untergrund der Hildesheimer Börde.

Leistungsmerkmale in Hildesheim

Der Unterschied zwischen einem Bauvorhaben in Moritzberg und einem im flachen Hildesheimer Norden könnte kaum größer sein. In Moritzberg treffen wir oft auf verwitterten Kreideton in geringer Tiefe, während im Norden mächtige, setzungsempfindliche Auenlehme vorherrschen. Diese Variabilität verlangt nach Aufschlussmethoden, die einen intakten Bodenverband zeigen. Die Schürfgrube erlaubt die präzise Entnahme von Sonderproben nach DIN EN ISO 22475-1 direkt aus den relevanten Horizonten. Für die Beurteilung der Lagerungsdichte in rolligen Zwischenschichten kombinieren wir den Befund gerne mit einem CPT-Versuch, um die Tragfähigkeit zahlenmäßig zu belegen. Unsere Gruben erreichen üblicherweise Tiefen bis 3,50 m, bei beengten Verhältnissen setzen wir leichte Schreitbagger ein.
Schürfgruben in Hildesheim: Bodenaufschlüsse nach DIN EN ISO 22475
Schürfgruben in Hildesheim: Bodenaufschlüsse nach DIN EN ISO 22475
ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefebis 3,50 m unter GOK
ProbenentnahmeGestört (Eimer) und ungestört (Ausstechzylinder)
DokumentationFotodokumentation jeder Schichtgrenze
BodenanspracheDIN EN ISO 14688 / DIN 4022
ArbeitsraumbreiteMin. 1,80 m (Minibagger)
GrundwasserWasserzutritt messbar während des Aufschlusses
VerfüllungLagenweise verdichtet nach Vorgabe

Kritische Bodenfaktoren in Hildesheim

Die DIN 4124 regelt Baugruben und Gräben – und sie ist in Hildesheim aus gutem Grund streng auszulegen. Die bindigen Lösslehme neigen bei Wasserzutritt zum Aufweichen, die unterlagernden Tonsteine sind oft stark geklüftet und wasserführend. Eine unzureichend dokumentierte Schürfgrube kann Setzungsrisiken verschleiern, die in den weichen Auenböden entlang der Innerste bei jedem Hochwasserereignis aktiviert werden. Wir verlangen prinzipiell eine Verbau- oder Böschungsfreigabe durch den verantwortlichen Geotechniker, sobald die Grube tiefer als 1,25 m wird. Die Kombination aus direkter Ansprache und Laboranalyse der gewonnenen Proben minimiert das Risiko von Nachträgen in der Bauphase erheblich.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22475-1, DIN 4124, DIN EN ISO 14688, DIN 4022

Unsere Leistungen

Unser Leistungsspektrum rund um den Bodenaufschluss in Hildesheim:

Schürfgrube mit Bodenansprache

Maschineller Aufschluss mittels Minibagger, fachtechnische Begleitung durch einen Geotechniker. Inklusive lagenweiser Freigabe, detailliertem Schichtenverzeichnis und Fotodokumentation.

Probenahme und Laborversuche

Gewinnung gestörter Proben für Klassifikationsversuche sowie ungestörter Zylinderproben für Triaxial- oder Kompressionsversuche im akkreditierten Labor.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Schürfgrube in Hildesheim?

Für eine normgerechte Schürfgrube mit Dokumentation und Verfüllung in Hildesheim liegt der Aufwand je nach Tiefe und Zugänglichkeit im Bereich von €460 bis €690. Der genaue Betrag hängt von der Anzahl der Proben und dem anstehenden Boden ab.

Warum reicht eine reine Bohrung in der Hildesheimer Börde oft nicht aus?

Der Lösslehm in der Börde ist makroporös und reagiert empfindlich auf Störung. Eine Bohrung zerstört das Bodengefüge. Nur die Schürfgrube zeigt die wahre Konsistenz, Risse und Wurzelgänge. In den Tonsteinverwitterungen erkennen wir so den wahren Kluftabstand.

Wie lange dauert die Durchführung einer Schürfgrube?

Der Aufschluss selbst ist meist in zwei bis drei Stunden abgeschlossen. Die Dokumentation und lagenweise Verfüllung nimmt weitere zwei Stunden in Anspruch. Bei Grundwasserzutritt kann sich die Dauer durch notwendige Wasserhaltungsmaßnahmen leicht verlängern.

Abdeckung in Hildesheim