Die DIN EN ISO 17892-4 bildet das methodische Rückgrat jeder belastbaren Baugrunderkundung, und in Hildesheim bekommt diese Norm eine ganz eigene Dringlichkeit. Die Stadt liegt in der Innerste-Niederung, einem Gebiet, das durch weichselzeitliche Schmelzwasserablagerungen geprägt wurde und in dem Auenlehme, Terrassensande und Beckentone auf engstem Raum wechseln. Wer hier ein Bauvorhaben plant, braucht eine Kornverteilung, die nicht nur irgendeinen Boden beschreibt, sondern exakt den Schichtenaufbau unter dem Grundstück – denn zwischen dem sandigen Untergrund im Bavenstedter Raum und den tonigen Linsen nahe der Altstadt liegen geotechnisch Welten. Die kombinierte Analyse aus Siebung und Hydrometer liefert genau diese Trennschärfe und ist die Basis für Frostempfindlichkeit, Verdichtbarkeit und die Entscheidung, ob ein Bodenaustausch oder eine Tiefgründung über Pfähle zielführender ist. Ohne granulometrische Klarheit bleibt jede Gründungsplanung eine Mutmaßung mit teuren Konsequenzen.
Eine lückenlose Kornverteilungskurve von 63 mm bis 0,001 mm entscheidet in Hildesheim oft über die Wahl zwischen Flachgründung und Pfahltragwerk.
Leistungsmerkmale in Hildesheim

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Kritische Bodenfaktoren in Hildesheim
Die städtebauliche Entwicklung Hildesheims hat eine geotechnische Altlast hinterlassen, die bei jeder Kornanalyse mitbedacht werden muss. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs – im März 1945 wurden große Teile der Innenstadt durch Luftangriffe verwüstet – erfolgte der Wiederaufbau unter hohem Zeitdruck, und Trümmerschutt wurde vielerorts als Auffüllmaterial verwendet. Diese anthropogenen Auffüllungen, oft 1,5 bis 3,0 Meter mächtig, enthalten Ziegelbruch, Mörtelreste und vereinzelt auch Schlacke, was die Kornverteilung grob verfälscht und zu unzutreffenden Klassifikationen führt, wenn man sie wie gewachsenen Boden behandelt. Ein weiteres Risiko liegt in der schichtweisen Ton-Schluff-Wechsellagerung der Innerste-Aue: Bereits ein 20 cm mächtiges Tonband kann als Wasserstauer wirken und bei Starkregen zu Staunässe führen, während die darüber liegenden Schluffe ihre Konsistenz von steif zu breiig wechseln. Wer hier nur die oberste Schicht beprobt, übersieht den eigentlichen Versagensmechanismus. Die korrekte Entnahme von Schichtenproben je Horizont ist daher ebenso Teil der Analyse wie die Laborroutine selbst.
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Unsere Leistungen
Die reine Kornverteilung ist erst die Hälfte der Baugrundbeurteilung – erst in Kombination mit den folgenden Laboruntersuchungen entsteht das vollständige geotechnische Modell für Hildesheimer Projekte:
Bestimmung der Atterberg-Grenzen
Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12 für bindige Böden. Ergänzt die Kornanalyse um die plastischen Eigenschaften des Feinkornanteils und erlaubt eine präzise Einordnung in die Bodengruppen TL, TM oder TA.
Proctor-Versuch
Ermittlung der Trockendichte und des optimalen Wassergehalts nach DIN 18127. Gerade bei den sandig-kiesigen Terrassenablagerungen im Norden Hildesheims der entscheidende Parameter für eine verdichtungstechnisch saubere Ausführung.
Wasserdurchlässigkeitsversuch
Laborbestimmung des kf-Werts an gestörten Proben, abgeleitet aus der Kornverteilungskurve nach Hazen oder Beyer. Für Versickerungsanlagen in Hildesheim unverzichtbar, da die Untere Wasserbehörde die hydraulische Eignung des Untergrunds strikt prüft.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Hildesheim?
Die kombinierte Analyse liegt bei €90 bis €170 pro Probe, abhängig vom Feinkornanteil und dem daraus resultierenden Aufwand für die Sedimentationsanalyse. Proben mit mehr als 40 % Schluff und Ton erfordern zusätzliche Dispergierungsschritte, was den Preis innerhalb dieser Spanne nach oben verschieben kann.
Reicht eine reine Siebanalyse ohne Hydrometer für mein Bauvorhaben?
Nur wenn Ihr Baugrund nachweislich frei von Feinkornanteilen unter 0,063 mm ist, was in Hildesheim selten zutrifft. Sobald der Siebdurchgang durch das 0,063-mm-Sieb mehr als 5 % beträgt, fordert die DIN EN ISO 17892-4 die ergänzende Sedimentationsanalyse, um die Körnungslinie normgerecht zu schließen.
Wie lange dauert die Auswertung einer Korngrößenanalyse?
Die reine Laborarbeit mit Siebsatz und Aräometer nimmt zwei Tage in Anspruch, die vollständige Auswertung mit Kornverteilungskurve und Bodengruppenklassifikation liegt bei drei Werktagen ab Probeneingang.
Welche Bodenklassifikation nach DIN 18196 leitet sich aus der Korngrößenanalyse ab?
Die DIN 18196 unterscheidet Grobkornböden (GE, GW, GI, SE, SW, SI), gemischtkörnige Böden (GU, GT, SU, ST) und Feinkornböden (UL, UM, TL, TM, TA). Die Zuordnung erfolgt direkt aus der Kornverteilungskurve und wird im Prüfbericht vollständig dokumentiert.