Die quartären Deckschichten im Raum Hildesheim, insbesondere die weit verbreiteten Lösslehme und Auelehme entlang der Innerste, reagieren extrem empfindlich auf Wassergehaltsänderungen. In einem Jahr mit 650 mm Niederschlag, der sich auf die Wintermonate konzentriert, kann ein Baugrund, der im Sommer steif erscheint, bereits nach ersten Herbstregen in eine weiche, kaum befahrbare Konsistenz übergehen. Die Atterberg-Grenzen erfassen diesen Übergang messbar und liefern damit Kennwerte, die für jede Erdbewegung, Gründung oder Bodenverbesserung in Hildesheim unverzichtbar sind. Wer auf den bindigen Böden der Börde baut, muss wissen, wann das Material zu fließen beginnt und wann es reißt — genau diese Informationen liefert die Bestimmung der Atterberg-Grenzen. Unser geotechnisches Labor ist nach DIN EN ISO 17892-12 akkreditiert und arbeitet eng mit den örtlichen Ingenieurbüros zusammen, die die Verformungsempfindlichkeit des anstehenden Keupers und Pleistozäns aus langer Projekterfahrung kennen.
Die Kenntnis der Fließgrenze ist für Hildesheims bindige Böden entscheidend, denn ein Wassergehaltsanstieg um wenige Prozentpunkte kann die Konsistenz von steif zu breiig verändern und die Standsicherheit von Aushüben akut gefährden.
Leistungsmerkmale in Hildesheim

Kritische Bodenfaktoren in Hildesheim
Die DIN 4020 verlangt für bindige Böden die Angabe der Zustandsgrenzen, sobald sie als Bau- oder Gründungsmaterial dienen — und in Hildesheim, wo die Baugrundkarte zu 40 Prozent Lösslehm und Auelehm ausweist, ist das fast jedes Bauvorhaben. Das größte Risiko entsteht, wenn Aushubmaterial ohne Atterberg-Prüfung für Hinterfüllungen oder Dammschüttungen wiederverwendet wird: Ein Boden mit Ip > 15 Prozent und wL > 35 Prozent ist stark frostempfindlich (Klasse F3) und führt zu Hebungen, Frostaufbrüchen und Setzungsschäden nach dem ersten strengen Winter. In den Hanglagen zum Innerste-Ufer kann eindringendes Niederschlagswasser die Konsistenz von halbfest auf weich reduzieren, was bei Baugruben ohne ausreichende Verbauung zu Böschungsversagen führt — eine Situation, die wir im Winter 2023/2024 an mehreren Baustellen im Stadtteil Drispenstedt beobachten mussten. Die Atterberg-Grenzen liefern hierfür den Frühwarnindikator und sind zusammen mit einem CPT-Versuch zur Bestimmung der undrainierten Scherfestigkeit das wirksamste Instrument, um solche Schadensfälle proaktiv auszuschließen.
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Unsere Leistungen
Unser Labor in der Region Hildesheim führt die Atterberg-Prüfung als Teil einer umfassenden Baugrundklassifikation durch, ergänzt durch die nachfolgend beschriebenen bodenmechanischen Versuche, die auf die regionalen Lockergesteine abgestimmt sind.
Plastizitätskarte für Baufelder
Erstellung von räumlichen Verteilungen der Plastizitäts- und Konsistenzzahl auf Ihrem Baufeld. Wir entnehmen gestörte Proben im Raster und interpolieren die Atterberg-Grenzen — besonders nützlich bei wechselhaften Lösslehm-Mächtigkeiten, wie sie in den Hügelzonen zwischen Hildesheim und Bad Salzdetfurth auftreten.
Kombinierte Klassifikation mit Kornverteilung
Gemeinsame Bestimmung von Atterberg-Grenzen und Sieblinie als Paket, um die Bodengruppe nach DIN 18196 (z. B. UL, UM, TL, TM) exakt zuzuordnen. Dieses Paket ist die Grundlage für jede Tragfähigkeitsbewertung und die Dimensionierung von Frostschutzschichten.
Konsistenzüberwachung während Aushub
Wiederholte Prüfung des natürlichen Wassergehalts und Vergleich mit den Atterberg-Grenzen, um die aktuelle Konsistenz während der Bauphase zu überwachen. Bei Annäherung an die Fließgrenze empfehlen wir Maßnahmen wie Wasserhaltung oder Bodenverbesserung mit Bindemitteln.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Atterberg-Prüfung in Hildesheim?
Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze liegt je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €60 und €100 pro Probe. Bei größeren Probenkampagnen ab 10 Stück bieten wir reduzierte Staffelpreise an. Genaue Konditionen erhalten Sie nach einer kurzen Projektbeschreibung per E-Mail.
Warum sind die Atterberg-Grenzen für den Baugrund in Hildesheim so wichtig?
Die in Hildesheim dominierenden Lösslehme und Auelehme reagieren sehr empfindlich auf Wasser. Die Atterberg-Grenzen zeigen, ab welchem Wassergehalt der Boden vom festen in den plastischen und schließlich flüssigen Zustand übergeht. Das ist entscheidend für die Befahrbarkeit der Baustelle, die Standsicherheit von Böschungen und die Frostsicherheit von Gründungen.
Wie lange dauert die Prüfung und welche Probenmenge wird benötigt?
Die reine Laborarbeit dauert nach Probeneingang 2 bis 3 Werktage. Wir benötigen etwa 500 Gramm gestörte Bodenprobe, die den Feinkornanteil (<0,4 mm) repräsentiert. Die Probe kann per Kurier oder durch unser Außendienstteam direkt von der Baustelle in Hildesheim abgeholt werden.
Reicht die Atterberg-Prüfung allein für die Baugrundbeurteilung?
Die Atterberg-Grenzen liefern die Konsistenz- und Plastizitätseigenschaften des Feinkorns, müssen aber für eine vollständige Baugrundbeurteilung mit weiteren Versuchen kombiniert werden. Für die Tragfähigkeit brauchen Sie zusätzlich die Kornverteilung und den Proctor-Versuch, für die Scherfestigkeit den Rahmenscher- oder Triaxialversuch. Wir beraten Sie gerne, welches Untersuchungsprogramm für Ihr Projekt in Hildesheim ausreichend ist.